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Literarischer Rundwanderweg: Auf Thomas Bernhards Spuren in St. Veit

Aktualisiert am 12.08.2013 | ca. 5 Minuten Lesezeit

Kunst und Kultur findet sich in Salzburg an allen Ecken und Enden. Neben Kunstwerken und Architektur gibt es auch kulturell interessante Wanderungen

Der Thomas Bernhard Rundwanderweg in St. Veit im Pongau bietet einen schönen Spaziergang und einen Einblick in das Leben von Thomas Bernhard während seiner Zeit in St. Veit.

LKH St. Veit vormals Kurklinik Grafenhof
Die vormalige Kurklinik für Lugenerkrankungen Grafenhof liegt pittoresk auf einem Hügel.

St. Veit und Thomas Bernhard (1931-1989) verbindet vielerlei - der Schriftsteller musste 18jährig sein Lungenleiden, das sich als offene Tuberkulose herausstellte, in St. Veit ausheilen. Wo es heutzutage Antibiotika gibt, war in der Nachkriegszeit einerseits die Forschung noch nicht so weit, andererseits wurde das noch in zu geringen Mengen hergestellte Penicillin vorerst für Kriegsverwundete verwendet, und die industrielle Fertigung war Ende der 40er noch nicht so weit fortgeschritten, wie in den USA. Notiz am Rand: in dem Jahr 1949 in dem Thomas Bernhard in die Lungenheilanstalt Grafenhof eingewiesen wurde, wurde der Film "Der dritte Mann" gedreht, in dem es um Penicilin-Schmuggel geht.

Schilder entlang des Rundwanderwegs Thomas Bernhard Literatur und Wanderung
Der Thomas Bernhard Wanderweg ist durchgängig beschildert.

Der mehrjährige Kuraufenthalt blieb nicht die einzige Verbindung des Autors Thomas Bernhard mit St. Veit - Bernhard verbrachte in den Jahren darauf viele Urlaube in St. Veit und lernte dort Hedwig Stavianicek kennen. Er selbst bezeichnete sie als seinen Lebensmenschen. Ihr Kennenlernen war durchaus künstlerisch mit romantischer Verklärung. Thomas Bernhard nahm 18jährig Gesangsunterricht und wollte diesen - gegen ärztlichen Rat - auch während der Genesung weiter betreiben. Die Organistin Anna Janka hat ihn auf der Orgel begleitet. So hörte die 37Jahre ältere Witwe Hedwig Stavianicek den jungen Bernhard erstmals in der Kirche singen, ein regelmäßiger Kontakt zwischen den beiden besteht seit 1953. Auch in späteren Jahren im Urlaub sang er gelegentlich bei Messen im Kirchenchor mit.

Literarischer Rundwanderweg

Die Thomas-Bernhard-Rundwanderung wurde anlässlich des 10. Todestages des Autors errichtet, Wanderzeit ca. 1 Stunde.

Seelacken Museum Start der Wanderung
Das Seelacken-Museum ist Ausgangspunkt für den Thomas Bernhard Rundwanderweg.

Ausgangspunkt der Wanderung ist das Seelacken-Museum. Man kann das Auto ein wenig außerhalb von St. Veit parken, einfach den Hinweisschildern zum Seelackenmuseum folgen, oder direkt in St. Veit parken und dann vom wunderschönen Dorfplatz losgehen. Hierzu Richtung Landesklinik St. Veit, die vormalige Lungenheilanstalt Grafenhof, losmarschieren, alsbald findet man braune Hinweistafeln zum Thomas-Bernhard-Rundweg. Der Rundwanderweg endet am Marktplatz.

Im Seelackenmuseum wurden vier Räume Thomas Bernhard und seiner Zeit in St. Veit gewidmet. Das Museum besitzt alle seine veröffentlichen Werke sowie Sekundärliteratur über das Leben und Schaffen von Thomas Bernhard. Ebenso im Seelackenmuseum kann man Aquarelle und Zeichnungen von Rudolf Holz sehen, er wurde im Roman "Frost. " zum Maler Strauch. Öffnungszeiten sind eingeschränkt am Wochenende und im Sommer auch mittwochs.

Idyllische Kneippanlage in St. Veit
Idyllischer Kneippanlage zum Wasserwaten, Rast halten, Arm-Guss und Holzliegen im Schatten.

Gleich beim Seelackenmuseum findet sich eine schöne Ruheoase mit Bänken, Liegen, einer Kneippanlage zum Wasserwaten und einen Brunnen für Wasseranwendungen der Arme. Der nächste Punkt ist hinauf zur Landesklinik. Der Pfeil, der an der Landesklinik angebracht ist, ist sehr verwirrend. Der tatsächliche Weg führt nach dem Anstieg links hinter den Klinikgebäuden vorbei, im weiteren durch das Klinikgelände und an der Anstaltskapelle vorbei. Folgt man dem Pfeil gelangt man in das Café des Krankenhauses - auch ein netter Abstecher. Von der Terrasse des Cafés hat man einen wunderschönen Blick auf das Heukareck, das literarisch von Thomas Bernhard bedacht wurde. Der Aufsflugsberg war bei Bernhard anfänglich weniger beliebt, da er "vier Monate lang ununterbrochen seinen kilometerlangen Schatten auf das unter der Heilstätte liegende Tal von Schwarzach warf, in welchem in diesen vier Monaten die Sonne nicht aufging."

Weiter zurück am Weg kann man die Anstaltskapelle sehen, in der Bernhard im Patientenchor sang - gemeinsam mit Prof. Rudolf Brändle, einem Mitpatienten. Brändle findet auch Einzug in das Werk "Die Kälte. Eine Isolation" als der Mitpatient, der das Harmonium spielte.



Panorama Blick auf Heukareck
Das Heukareck, der anfangs so bedrohliche Berg für Thomas Bernhard.

Am Friedhof sind die Gräber von Anna Janka und dem Maler Rudolf Holz. Zurück am Marktplatz liegt rechter Hand das Altersheim. Das war früher das Armenhaus, in dem Anna Janka und Rudolf Holz wohnten. Wer jene Thomas Bernhard Werke lesen möchte, die einen direkten St. Veit Bezug haben nimmt "Die Kälte. Eine Isolation" und "Der Atem. Eine Entscheidung" mit. Es gibt einen unveröffentlichten Roman aus Schwarzach St. Veit, den er 1959, 1960 verfasste.

Mit Kinderwagen und Buggy ist der Rundwanderweg nur bedingt geeignet. Wir empfehlen nur geländegängige Gefährte mit luftgefederten Reifen und guten Bremsen, in denen das Baby gut festgeschnallt werden kann, da das ein oder andere Stück steil wird (sowohl bergauf, als auch bergab) und der Weg neben geteerten Straßen und auf holprigen Kieswegen führt. Zu Fuß ist der Weg als Rundwanderweg gut zu bewältigen, die Steigungen sind nicht sehr ergiebig und werden immer wieder von Querpassagen abgelöst. Mit Baby oder Kleinkind empfehlen wir den Weg mit Tragetuch oder Babytrage.

Thomas Bernhard veröffentlichte seine ersten Werke 1957.

In St. Veit werden seit zwei Jahrzehnten die Bernhardtage durchgeführt, diese finden meist Anfangs bis Mitte Oktober statt.


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